Die einfache Bedienung der desire3 und meine Erfahrungen

Die einfache Bedienung der desire3 und meine Erfahrungen

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In Kooperation mit der Nähwelt Flach GmbH

Um ein umwerfendes Kleid zu nähen, benötigt es viel Zeit und Geduld. Aber was wäre, wenn das nähen noch weniger davon in Anspruch nimmt? Und das Ergebnisse zudem von einem gekauftem Kleid nicht mehr zu unterscheiden wäre?

Die Antwort auf diese Fragen, ist für mich die Baby lock desire3. Sie ist Overlock UND Coverlock in einem. Zugegeben diese Maschine ist nicht ganz günstig, wer sich aber eine Over- und Coverlock einzeln kauft, wird vermutlich unterm Strich nicht günstiger sein.

Für mich persönlich ist die Desire3 eine absolute Traummaschine. Das liegt daran, dass sie sowohl, wie eben erklärt, eine Kombimaschine ist, aber auch eine automatische Fadenspannung und ein Jet-Air-Greifereinfädelsystem dabei sind. Für mich waren das die ausschlaggebenden Punkte. Für die Entscheidung habe ich mich von der Nähwelt Flach GmbH beraten lassen.

Wie funktioniert die desire3?

Zurück zu meinem Beispiel mit dem Kleid. Nachdem ich alle Teile zugeschnitten habe, geht es an die Maschine. In der mitgelieferten Schnellbedienungsanleitung kann man sich ganz einfach den gewünschten Stich heraus suchen.

Die Innennähte möchte ich mit einem klassischen 4-Faden-Overlock Stich nähen. In der Anleitung sieht man genau wie der Stich aussieht, wie man die Maschine einfädeln muss und wie die diversen Einstellungen sind. Anhand der einfachen Darstellung benötigt es fast keine Erklärung. Trotzdem möchte ich auf einige Punkte eingehen.

Die Einstellungen der desire3 (4-Faden-Overlock Stich)

Die Nadeln werden in die beiden rechten Fassungen geschraubt. Diese haben die Namen O1 und O2, das O steht hier für Overlock. Die 3 linken Fassungen sind mit C1, C2 und C3 beschriftet und sind für die Coverlock-Stiche bestimmt.

Als nächstes wird die Stichlänge gewählt. Das ist das unterste Rad. Meine habe ich auf 2,5 gestellt und befindet sich somit im Rahmen von 2,5 bis 3,5 die laut Anleitung empfohlen sind.

Die Stichbreite ist das oberste Rad. Hiermit verschiebt sich das Messer im gewünschten Abstand zur Nadel. Hier gibt es immer 2 Zahlen. Die obere und größere Bezieht sich bsw. hier auf die Stichauswahl A die kleinere Zahl unten steht für bsw. schmale Stiche mit der Stichauswahl B. Meine Auswahl fällt hier auf eine Stichbreite von 6. Also 6 mm zwischen der linken Nadel und dem Schneidemesser.

Der Schalter rechts Oben ist für die Stichauswahl. Für meinen Stich benötige ich die Einstellung A.

Zusätzlich kann man die Fadenspannung der Kettennadel und des Kettengreifers einstellen. Aber bei Overlock-Sichen benötigt man diese Einstellungen nicht und kann deswegen bei diesem Stich ignoriert werden.

Anschließend habe ich den Obergreifer positioniert. Hierfür habe ich den Schalter unter der Abdeckung auf „Up“ gedreht. Damit der Greifer richtig steht, muss das Handrad gedreht werden. Um den Obergreifer zu senken wird der Schalter auf „down“ gelegt und das Handrad wieder gedreht bis der Greifer seine Position eingenommen hat.

Die Messerposition wird durch das kleine Rad vorne Eingestellt. Ich hab das Rad etwa eine halbe Drehung nach rechts gedreht, so das die „Lock“ (eng. für Gesichert) Beschriftung nach unten guckt. Danach habe ich das Handrad wieder gedreht um das Messer zu positionieren.

Neben der großen Abdeckung kann sowohl die Messerabdeckung als auch der kleine Nähtisch aufgesetzt werden. Die Messerabdeckung ist für die Overlock- und der Nähtisch für die Coverlock-Stiche.

Zusätzlich zum Oberengreifer gibt es noch einen Hilfsgreifer. Dieser ist nur für wenige Stiche nötig. Er wird leicht nach links oder rechts geschoben und kann dann an die Spitze des Obergreifers geschwungen werden oder eben davon weg.

Die Greifer der Desire3 einfädeln

Hier macht sich Baby lock das Jet-Air-Greifereinfädelsystem zu nutze. Anstatt aufwendig das Garn durch etliche Haken und Ösen zu führen macht die desire3 das fast ganz alleine. Das Garn wird entsprechend durch die Teleskopführung und den jeweiligen Spalt der Abdeckung gefädelt und dann etwa 45 cm zu sich gezogen.

Damit das Jet-Air (eng. für Luftdüse) System fünktioniert müssen erst die Kanäle geschlossen werden. Dafür halte ich den unteren Knopf unter der Abdeckung gedrückt und drehe Gleichzeitig das Handrad zu mir.

Zugegeben, beim ersten Mal hatte ich mich beim schließen richtig erschreckt. Die Rohre machen ein lautes Klicken wenn sie sich schließen.

Auf dem Bild hier sieht man sehr schön, wie die kleinen Rohre verlaufen. Durch die wird auch das Garn gepustet.

Laut meinem Stich muss ein Faden durch das linke und einer durch das mittlere Loch geführt werden. Darum positioniere ich den Hebel daneben so, dass das entsprechende Loch ausgewählt ist. Hier auf dem Bild fädele ich den mittleren Faden ein. Das Garnende habe ich etwa 2 – 3 cm in das Loch geschoben und anschließend den Pumphebel (auf dem Bild zu sehen) nach unten gedrückt. Mit einem leisen Pfiff wird dann der faden aus dem Greifer geschleudert.

Nach dem einfädeln der Greifer habe ich die Kanäle wieder geöffnen. Dafür habe ich einfach der kleine Metallhebel neben dem Knopf nach rechts geschoben.

Die Nadeln der desire3 einfädeln

Das Garn für die Nadeln habe ich wie an jeder üblichen Overlock eingefädelt. Für das Nadelöhr gibt es aber dieses nützliche Werkzeug, das ich euch nicht vorenthalten möchte.

Nach dem einfädeln wird das Garn nämlich Waagerecht in den Nadeleinfädler gelegt. Dann wird er an die senkrechte Nadel gehalten und mit ein bisschen druck durch das Öhr geführt. Mit dem kleinen Haken kann die kleine Schlinge hinter dem Öhr gezogen werden.

Und die Fadenspannung?

Das für mich ausschlaggebende Kaufgrund war die automatische Fadenspannung. Ich persönlich habe nämlich beim einstellen der Fadenspannung immer am meisten Zeit, Garn und auch Stoff verschwendet.

Aber die desire3 kann das ganz ohne Probleme selber. Nach den Einstellungen die ich vorher beschrieben hab, die übrigens mit etwas Übung keine 10 Minuten benötigen, habe ich diese Probenaht genäht. Und dieses Ergebnis hat mich so beeindruckt. Selbst wenn ich mehrere Lagen zusammen nähe bleibt die Fadenspannung genau so wie sie sein soll.

Was ist mit der Coverlock?

Das war übrigens auch eine Primäre für mich. Bisher hatte ich noch nie mit einer Coverlock genäht. Also habe ich mein Kleid bis zu den Säumen fertig genäht und mir wieder einen passenden Stich ausgesucht.

Diesmal habe ich mich für den Coverstich-Schmal-linke Nadel entschieden. Also hab ich die Nadeln um positioniert, den Obergreifer und das Messer gesenkt und die desire3 neu eingefädelt.

Bei der Coverlock wird der untere Faden vorab links um dieses Rad gelegt. Hier musste ich für meinen Stich lediglich die Auswahl „Cover“ angeben. Danach wird der Faden wie gewohnt durch das Jet-Air-System gejagt.

Das Garn für die Nadeln hat übrigens ein Rad für die Fadenspannung. Mit dem komme ich zum Glück sehr gut zurecht. Das unterscheidet sich kaum von der Einstellung an der normalen Haushaltsmaschine.

Nun hieß es auch für mich, ran an den Saum. Ich habe den Saum zweimal 2 cm eingeschlagen. Bei einem Jersey würde ein einfaches Einschlagen ausgereichen. Für meine dünne Viskose wollte ich aber einen richtig sauberen Abschluss ohne fransen. Also habe ich den Saum zweimal eingeschlagen und gebügelt. Direkt danach ging es an die desire3.

Und auch hier überzeugt das Ergebnis. Eine naht die von der industriellen Fertigung nicht zu unterscheiden würde. Für mich definitiv die beste Art Säume zu nähen.

Mein Fazit zur desire3

Auch wenn die baby lock desire3 mit ihrem Preis eher zur teureren Sorte der Over- und Coverlocks gehört ist sie trotzdem ihr Geld wert. Das Jet-Air-System und die automatische Fadenspannung waren für mich ausschlaggebend für den Kauf. Aber auch zwei einzelne, also eine Over- und eine Coverlock kamen für mich aus Platzgründen nicht infrage. Man müsste die Maschinen eh immer umfädeln, wenn man nicht gerade 8 Konen Garn von einer Farbe zuhause hat.

Nach knapp einem Monat bin ich immer noch super zufrieden mit meiner Maschine. Das sie wirklich das macht, was sie auch soll, spart mir persönlich Zeit, Geld und vor allem Nerven.

Nähen sollte Spaß manchen und einem ein gutes Gefühl geben. Man soll sich neu und kreativ entdecken können. Nicht einen wunderschönen Stoff im Schrank verstauben lassen. Nur weil man schon beim Gedanken an das Einfädeln der Maschine, keine Lust mehr hat. Mit der desire3 ist das einfädeln und umbauen für mich in wenigen Minuten erledigt. Es fordert wenig Konzentration und ist so kinderleicht gestaltet, das es mit sogar ein bisschen Spaß macht.

Das nähen mit der Maschine funktioniert 1A und die Nähte sitzen perfekt. Lediglich die Luftpumpe muss manchmal ein zweites oder drittes mal betätigt werden, bevor der Faden wirklich am anderen Ende raus kommt. Auch hatte ich die Erfahrung gemacht, dass die Coverlock bei zu vielen Lagen ein wenig ins Schwitzen kommt. Der Stoff lässt sich dann ein bisschen schwieriger transportieren. Das war bei einem Saum der Fall an dem die Seitennähte eingeschlagen wurden. Dort trafen aber auch 6 Lagen Bündchen und 4 Lagen Jersey aufeinander. Aber mit ein wenig Hilfe hat die desire3 auch das gemeistert. In Zukunft werde ich aber darauf achten nicht zu viele Stofflagen aufeinander zu legen.

Für mich ist die desire3 trotz kleiner Kritikpunkte, die eher zum Motto „Meckern auf höchstem Niveau“ gehören, eine absolute Traummaschine die mich wahrscheinlich das nächste Jahrzehnt begleiten wird.

 

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